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in Stuttgart im Theatherhaus

Sonntag, 9. August 2020 von 19:00 bis 21:00
Theaterhaus Stuttgart

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Diese Band muss man live erlebt haben. SZ


LOISACH MARCI
Ein Wildbach mit Tiefgang. Als die Volksmusik vor rund 25 Jahren erstmals von Rock und Pop aufgemischt wurde, blieb so manchem Traditionalisten der Jodler im Halse stecken, die Sennerin bekam feuchte Augen und überhaupt schien die alpine Heimat in höchster kultureller Gefahr.Die Geburtsstunde des „Alpenrock”,namentlich eingeleitet von Hubert von Goisern,entpuppte sich jedoch schon nach kurzer Zeit als das genaue Gegenteil volkskultureller Schwarzseher.Für eine ganze Generation junger Musiker entstand erstmals eine hoffnungsfrohemusikalische Identifikationsfläche,von der aus es möglich schien dem fundamentalistischen Mief zu entfliehen ohne heimatlichen Boden verlassen zu müssen.

Langes Horn und Kettensäge.„Mit der musikalischen Tradition was Geiles machen, sie aber nicht verhunzen“, so umschreibt auch der gebürtige Partenkirchner Marcel Engler seine Ambitionen zwischen Alphorn, Elektrosound und 13 selbstgespielten Instrumenten, die wahl –und wechselweise zum Einsatz kommen. Ohrgängige, rhythmische Klangexperimente auf breiter Bass-Basis, die von Herrn Dr. Jens-Peter Abele via Elektrogitarre seziert, extrahiert oder zuweilen auch zersägt werden. „LOISACH MARCI” beschreiten zweifelsfrei ihreneigenen und neuen musikalischen Weg abseits der Konserve.Ein einzigartiger Sound, angesiedelt irgendwo zwischen bayerischem Landler, Hip-Hop, Blues und Elektrobeat. Wirklich festzumachen ist das „ALPINE KRAFTWERK” nicht, denn allzu facettenreich, zu weich, zu wild und zu frech wühlt man ausgiebig und gerne in allen verfügbaren Genres.

Höhenrausch mit Bodenhaftung.Avantgardistisches Klanggewitter an Alphorn und E-Gitarre mit Flügelhorn-Balsamdressing auf erdigem Bass –so könnte es auf der Speisekarte stehen–garantiert ohne Allergene, serviert von einem Kellnerduo mit Performance in Lederhose und Lederjacke. Rund um die Musik ranken sich Jodler und Textgeflechte, nicht aus notwendiger Selbstgefälligkeit heraus, sondern mit Anspruch und Botschaft. Kurzgeschichten im oberbayerischen Dialekt,die sich hintergründig bös und liebevoll vordergründig für gelebte Ehrlichkeit und Lebensfreude engagieren und sich hervorragend zum Nachdenken und Mitsingen eignen. „LOISACH MARCI” –derzeit das wohl kraftvollste Lebenszeichen alpin geprägter Musikkultur.
(Text von Jörg Hoffmann)

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