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Warum so viele im Regen stehen

 Joe Bauer: Das heutige Foto habe ich vor dem Theaterhaus geknipst, als wir die Bühnenteile zurückbrachten, die wir für unsere kleine Aktion „Solidarität. Freiheitsrechte. Klare Kante gegen rechts“ im Cannstatter Kurpark geliehen hatten. Was bedeutet uns Solidarität? Zum Beispiel, uns bewusst zu werden, dass in unserer Gesellschaft viele für gute, oft harte Arbeit schlecht entlohnt werden. So schlecht, dass es für sie schwierig ist, sich angesichts der üblichen Kosten und der Wahnsinnsmieten über Wasser zu halten. Das gilt für soziale Berufe wie in der Wirtschaft. Und in diesem Jahr müssen wir mit der schlimmsten Wirtschaftskrise in der Geschichte der Bundesrepublik rechnen. Darunter werden vor allem die leiden, die ohnehin wenig haben. Dann werden die Rechten und Völkischen Aufwind haben. Dann heißt es für uns erst recht, solidarisch zu sein.


Die Ungerechtigkeiten und die Not in prekären Arbeitsverhältnissen sind nicht mit Spenden-Aktionen zu beseitigen. Voraussichtlich müssen wir unsere kleine Initiative schon Ende Mai einstellen: 180.000 Euro wurden bisher gespendet, viel mehr als erwartet, damit sind wir an unseren Grenzen. Es kommen verständlicherweise kaum noch Spenden, dafür ist unser Radius zu klein.


Die Bedingungen der Kulturschaffenden sind seit jeher prekär, das gilt für mindestens 50 Prozent der bundesweit 1,2 Millionen Beschäftigten im Kulturbereich. Ein erheblicher Anteil liegt bei einem Monatsverdienst von nur 1400 Euro (Männer) und 1200 Euro (Frauen). Die Kultur steht aufgrund des stillgelegten Veranstaltungsbetriebs zurzeit besonders im Regen, aber nicht nur sie. Deshalb müssen wir gemeinsam etwas tun, über vermeintliche soziale Grenzen hinweg zusammenarbeiten und politisch aktiv sein.


Infos für Spenden und Anträge: www.kuenstlersoforthilfe-stuttgart.de

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